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Eigentlich keine Chance - aber die genutzt!

Bericht von Markus Alt - Veröffentlicht von Leon Saschin am 17.03.2019 (18:24)

Das vorletzte Heimspiel der M2 in dieser Saison stand im Vorfeld unter keinem allzu guten Stern, fehlten doch an diesem Termin einige der etablierten Spieler aus den unterschiedlichsten Gründen. So fanden sich auf dem Spielbericht mit Magnus Bühler sowie Marc und Patrick Bayer gerade einmal drei Namen aus dem Stamm der M2. Angesichts dessen holte man sich Verstärkung bei der M3, was allerdings leider auch nicht ganz in dem Umfang gelang, den man sich gewünscht hätte. Schließlich waren es dann, inklusive Benny Innenmoser von der M1, tapfere sieben Feldspieler, die zusammen mit Torhüter Andreas Leupold versuchen wollten, das Unmögliche doch irgendwie möglich zu machen.
Dass der Gegner von der HSV Stammheim/Zuffenhausen mit "voller Kapelle" und 14 Mann anreiste, sorgte schon vor Spielbeginn beim HSG-Coach und dem verletzungsbedingt pausierenden Torwart-Oldie für Galgenhumor: "Das sind aber ganz schön viele!" "Vielleicht sollten wir sie fragen, ob sie uns ein paar Spieler abgeben können."
Doch ungeachtet der angespannten Personalsituation beschloss man, sich so teuer wie möglich zu verkaufen. Trainer Gerd Billner stimmte seine Jungs in der Kabine entsprechend ein und gemäß der alten Weisheit "Du hast keine Chance, also nutze sie!" ging die kleine Schar fest entschlossen in die Partie.


Diese begann dann aus HSG-Sicht auch so, wie es der Schwabe gemeinhin überschwänglich mit "Net so schlecht." umschreiben würde. Nicht nur dass man sich in den ersten Minuten absolut auf Augenhöhe mit den Gästen bewegte; angetrieben durch das gewonnene Selbstbewusstsein konnten sich die Hafenhandballer sogar Tor um Tor absetzen, so dass es nach 15 Minuten tatsächlich 9:4 stand. Voraussetzung dafür war einerseits eine solide Angriffsleistung mit erfreulich wenig Ballverlusten und technischen Fehlern, zum anderen eine stabile Defensive, hinter der ein bravourös haltender Andi Leupold einige wichtige Bällle entschärfte und damit bewies, dafl das bekannte M2-Abwehrbollwerk auch mit einem "jungen" Torhüter funktioniert.
Leider wurden die HSGler jäh aus diesem positiven Flow gerissen, als Patrick Bayer nach einem Zweikampf in der eigenen Abwehr mit einem stark blutenden Cut über dem Auge das Feld verlassen musste. Danach war der Faden bei der Heimmannschaft erst einmal gerissen und man merkte, dafl den Spielern diese Szene noch im Kopf herumspukte. So kamen die Gäste dann mit dem 9:7 in der 20. Minute auch wieder auf zwei Tore heran. Doch gelang es den Hausherren, sich wieder zu konzentrieren und selbst ein ums andere Mal erfolgreich zum Abschluss zu kommen. Vor allem Magnus Bühler und Benny Innenmoser drückten in dieser Phase dem Spiel ihren Stempel auf und nach 25 gespielten Minuten war mit 13:7 sogar ein Sechs-Tore-Vorsprung herausgearbeitet.
Wenige Minuten später wartete jedoch schon der nächste Nackenschlag auf die HSG. Erneut floss nach einem Zweikampf vor dem eigenen Tor Blut, dieses Mal aus einer Risswunde an der Nase von Jakob Brahner. Nachdem diese Blessur notdürftig verarztet war, rettete man sich in Unterzahl - Auswechselspieler gab's ja keine mehr - mit 15:10 in die Halbzeitpause.
Beim Wundenlecken in der Kabine schwor man sich darauf ein, dieses Spiel nicht mehr aus der Hand geben zu wollen - schließlich hatte man ja schon mit so viel Einsatz und Herzblut (!) diesen Vorsprung hart erarbeitet. Für zusätzliche Motivation sorgte die spontane Unterstützung durch Jannis Renner, der vom Arbeitsdienst an der Theke herübergeeilt war und sich schnell ein Trikot überstreifte. Auch Jakob Brahner biss auf die Zähne und meldete sich eindrucksvoll zurück, indem er gleich nach Wiederanpfiff den Ball zum 16:10 für die HSG in die Maschen drosch.
In der Folge versuchten die Gäste, den Rückstand zu verringern, doch die Heimmannschaft wehrte sich energisch. Erst nach etwa einer Dreiviertelstunde konnten die Sportkameraden aus dem Norden Stuttgarts mit vier Toren in Folge auf 21:19 verkürzen. Man spürte, dafl die Kräfte bei den Hausherren so langsam zu schwinden drohten, was sich dann auch vermehrt in technischen Fehlern niederschlug, die dem Gegner erst die einfachen Tore ermöglichten. Trotzdem wollten sich die Jungs von der M2 auch jetzt nicht die Butter vom Brot nehmen lassen und warfen noch einmal alles in die Waagschale. Dieser Einsatz konnte oft nur auf Kosten eines Siebenmeters gestoppt werden - und die Strafwürfe verwandelte Benny Innenmoser in dieser Phase nervenstark.
Die Schlussminuten wurden noch einmal hektisch. Dezimiert durch teils etwas umstrittene Zeitstrafen sahen sich die HSGler zusätzlich mit einer offensiven Manndeckung konfrontiert, die die Gäste als letztes Mittel versuchten. Zwar konnte man diese Abwehr mehrere Male ausspielen, doch die sich daraus ergebenden freien Wurfmöglichkeiten blieben bis auf eine ungenutzt, so dass der Gegner immer wieder in Ballbesitz kam. Zum Glück für die HSG konnte er daraus ebenfalls nicht immer Kapital schlagen und so brachten die Mannen von Trainer Gerd Billner ein hart erstrittenes 26:24 ins Ziel.


Auf diese starke kämpferische Leistung kann die Mannschaft zu Recht stolz sein und auch die Gäste von der HSV Stammheim/Zuffenhausen brachten nach dem Spiel sportlich fair ihren Respekt zum Ausdruck.
Nach dem nun vierten doppelten Punktgewinn in Folge liegt die M2 zwar nach wie vor "nur" auf dem sechsten Tabellenplatz, ist aber aufgrund des sehr dichten Tabellenbilds der Kreisliga A immer noch "bei der Musik". Sprich: Wenn man sich in den verbleibenden drei Spielen gegen Oeffingen, Alfdorf/Lorch und EK Stuttgart nochmal ins Zeug legt, ist eine bessere Platzierung durchaus machbar. Oder wie der Schwabe sagt: "A Saison wie a Floischküchle - 's isch no älles dren!"


Für die HSG Oberer Neckar spielten: Andreas Leupold (Tor); Patrick Bayer (2), Jannis Renner (2), Marius Roggenbuck (1), Marc Bayer (5/1), Jan Glock (3), Benjamin Innenmoser (7/3), Jakob Brahner (4/2), Magnus Bühler (2)

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